10.10.2008

Times-Welt-Uniranking
Deutsche Unis kommen nicht voran

Ein Ziel der Exzellenzinitiative war es, die geförderten Unis auch weltweit sichtbarer zu machen. Nun mag das nicht so schnell wirken, dass aber einige "Elite-Unis" im Welt-Unirankung der Times sogar stark abfallen, ist doch eher enttäuschend. Den größten relativen Erfolg im aktuellen Ranking erzielt noch die Uni Frankfurt, die sich um 40 Plätze verbessert – und das ohne in die "Elite-Uni"-Förderung aufgenommen zu sein. Englischsprachige Unis sind im Ranking weiterhin überrepäsentiert. [UPDATE 03.11.: Deutsche Unis zwischen Platz 200+400 ergänzt]

Rankings können zwar gewisse Anhaltspunkte über die Qualität von Hochschulen liefern, zwangsläufig handelt es sich aber immer nur um einen Ausschnitt, denn nicht alle Aspekte von Qualität sind wirklich messbar. Von der Art der Gewichtung ganz zu schweigen.

5 Kriterien liegen dem THE-QS-Ranking insgesamt zu Grunde (in Klammer ihr Gewicht):
  • Peer-Review – Befragung von ProfessorInnen (40%)
  • Zitationen (20%)
  • Betreuungsrelation zwischen Studierenden und ProfessorInnen (20%)
  • Befragung von Personalverantwortlichen (10%)
  • Anzahl der DozentInnen aus dem Ausland (5%)
  • Anzahl der ausländischen Studierenden (5%)
Ranking-Berechnung wurde praktisch jährlich geändert

Das vorliegende Ranking wurde in den letzten Jahren immer wieder angepasst. Teilweise wurden die Quellen für die Daten gewechselt, teilweise die Gewichtungen und Glättungen "verbessert". Erst seit letztem Jahr dürfen beispielsweise die Befragten ProfessorInnen nicht für ihre eigene Institution stimmen. Insofern waren die Platzierungen der verschiedenen Jahre nicht wirklich vergleichbar. Das dürfte auch in diesem Jahr erneut gelten, auch wenn die Veränderungen bei der Berechnung offenbar nicht so stark wie sonst ausfallen.

Verwendet wurden die Aussagen von 6354 ProfessorInnen und 2339 Personalverantwortlichen. Was für ein Weltranking gar nicht so viel ist. Nähere Angaben darüber, aus welchen Regionen der Welt die Befragten kommen, gibt es nicht. Es soll aber eine Gewichtung bezüglich der geographischen Verteilung der Befragten und auch bezüglich der Fachbereiche (im Peer-Review werden fünf unterschieden) durchgeführt worden sein.

Die 10 "besten" Hochschulen

In Klammern die Platzierung von 2007.

1. (1) Harvard University (USA)
2. (2) Yale (USA)
3. (2) Cambridge (UK)
4. (2) Oxford (UK)
5. (7) California Institute of Technology (USA)
6. (5) Imperial College London (UK)
7. (9) UCL University College London (UK)
8. (7) University of Chicago (USA)
9. (10) MIT (USA)
10. (11) Columbia University (USA)


Das University College London war vor zwei Jahren noch auf Platz 25. Umgekehrt war das MIT 2005 auf Platz 2. Das sollte allerdings nicht zu dem Schluss verleiten, das Ranking würde tatsächlich so stark aktuelle Veränderungen abbilden. Zwar mag das durchaus eine Rolle spielen – stärker dürften aber die schon erwähnten Veränderungen durch die jährlichen Anpassungen der einzelnen Kriterien sein.

Die Unis aus Deutschland unter den Top 400

In Klammern die Platzierung von 2007.

57. (60) Uni Heidelberg
78. (67) TU München
93. (65) Uni München (LMU)
137. (146) FU Berlin
139. (126) HU Berlin
147. (144) Uni Freiburg
155. (142) Uni Tübingen
166. (168) Uni Göttingen
169. (209) Uni Frankfurt
188. (203) TU Berlin
190. (165) Uni Stuttgart
207. (171) Uni Karlsruhe
216. (182) RWTH Aachen
264. (276) Uni Bonn
271. (243) TU Dresden
274. (216) Uni Hamburg
276. (263) Uni Ulm
276. (270) Uni Würzburg
284. (239) TU Darmstadt
303. (312) Uni Düsseldorf
312. (292) Uni Leipzig
318. (319) Uni Köln
320. (270) Uni Erlangen-Nürnberg
325. (311) Uni Konstanz
328. (312) Uni Bielefeld
332. (330) Uni Mainz
347. (297) Uni Bayreuth
349. (392) Uni Mannheim
357. (345) Uni des Saarlandes
368. (341) Uni Marburg
375. (364) Uni Bremen
382. (316) Uni Jena
398. (339) Uni Münster

Erneut sind dieses Jahr elf deutsche Universitäten in der Top 200 vertreten. Immerhin eine Steigerung – 2006 waren es zehn, 2005 nur neun. Bei den Platzierungen gibt es doch einiges Hin und Her. Die erwähneswerteste Steigerung konnte noch die Uni Frankfurt erzielen: 40 Plätze nach oben von 209 auf 169. Die Uni Mannheim konnte sich sogar um 43 Plätze verbessern, allerdings auf niedrigerem Niveau: von 392 auf 349. Umgekehrt verlor die Uni Münster 69 Plätze und kam nur noch knapp in die Top 400: Auf Rand 398.

Insgesamt befinden sich unter den ersten 400 Plätzen insgesamt 34 Universitäten aus Deutschland. Nur neun davon konnten ihre Platzierung im Vergleich zum letzten Jahr verbessern.

Die deutsche Elite-Uni-Anstrengungen wirken sich offenbar international (noch) nicht aus. Sowohl die Uni Karlsruhe als auch die RWTH Aachen sind ja als solche mit Geld vom Bund ausgestattet worden. Dagegen haben es die HU+TU Berlin, die Uni Frankfurt, die Uni Tübingen und die aus Stuttgart auch ohne diese "Auszeichnung" im THE-QS-Ranking vor "Eliteunis" wie Karlsruhe, Aachen oder Konstanz geschafft.



Quellen und weitere Artikel zum Thema Hinweis: Der vollständige Name des Rankings ist "THE-QS World University Rankings", die Times (genauer: das "Times Higher Education Supplement") lässt das Ranking von QS Quacquarelli Symonds erheben.


Kommentare zu diesem Artikel

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1. kui kommentierte am 25.03.2009 um 16:05:41 Uhr

Der Kultusminister und das Uni-Ranking

Wie sollen denn unsere Unis vorwärts kommen, wenn man einen Kultusminister als Prof erlebt. Der Di-Mi-Do Prof. Keine Forschung keine Projekte aber hatte einen Terminkalender wie ein Minister. Auf meinen Seminarschein warte ich heute noch!







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