Hochschul-LänderRanking
Bundesländer im Süden und Osten stark
Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) veröffentlich ein Hochschul-Ranking nach dem anderen. Nun also ein "LänderRanking". Bei aller Kritik an der Brauchbarkeit von Rankings ist es doch interessant, dass nach Baden-Württemberg und Bayern direkt Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen folgen. Hamburg ist in diesem Ranking Schlußlicht, nur wenig besser zeigt sich Schleswig-Holstein.Das "LänderRanking" zählt lediglich ab, wie oft Fakultäten eines Landes in der Spitzengruppe vorkommen. Interessanter als das "Endergebnis" sind die nach Indikatoren getrennten Auswertungen. Auch diese helfen zwar nicht bei einer individuellen Studienplatzwahl. Sie deuten aber an, welches Bundesland stärker auf gewisse Anforderungen Wert legt.
Beim Indikator Reputation zeigt sich, dass die Hochschulen im Osten noch zu wenig bekannt sind. Ähnliches gilt für die Auswertung in Bezug auf Forschung. Auch hier haben die Hochschulen im Osten noch das Problem, weniger anerkannt zu sein - ob dies berechtigt ist, sei dahingestellt.
Die Studiendauer als entscheidenden Indikator, ist dagegen fehl am Platz - die Kürze des Studiums kann auch auf Kosten der Qualität der Lehre gehen. Nämlich durch einfaches Kürzen des Umfangs. Auch hier empfiehlt sich, genauer hinzuschauen, als es ein zusammengefasstes Ranking erlaubt.
Studierendenzufriedenheit
Genauer dagegen lohnt es sich, die Studierendenzufriedenheit zu betrachten. Zwar ist auch hier ein Vergleich immer heikel. Denn die Studierenden müssen i.a. Wertungen vergeben, ohne wirklich einen Vergleich zu haben. Es hängt also auch von "Stimmungen" ab, die manchmal etwas irreal sind. Trotzdem studiert man sicher an einer Fakultät angenehmer, an der die Studierenden zufrieden sind.
Als "LänderRanking" hält sich die Aussagekraft sowieso in Grenzen, aber interessant ist es immerhin. Für die individuelle Studienplatzentscheidung sollte man genauer in Rankings schauen oder - noch besser - sich selbst ein Bild von den Hochschulen und Fachbereichen machen.
In Mecklenburg-Vorpommern, dem "Sieger" nach dem Kriterium Studierendenzufriedenheit, gibt es übrigens keinerlei Studiengebühren und bisher auch keinerlei Debatte darüber. Ob das mit ein Grund für die Zufriedenheit ist? Zwar spricht der zweite Platz (Baden-Württemberg) eine andere Sprache - aber die Zufriedenheit kann eben unterschiedlichste Gründe haben.
Insgesamt wurden in den verschiedenen für die Länderauswertung zugrunde liegenden CHE-Rankings 941 Fakultäten betrachtet. Davon waren 220 in der (von Ranking zu Ranking unterschiedlich umfangreichen) "Spitzengruppe" in Bezug auf die Studierendenzufriedenheit. Wären die "Spitzenplätze" also gleichmäßig verteilt, müsste jedes Land 0,23 Spitzenplätze je Fakultät bieten.
| Bundesland | Spitzenplätze | Fakultäten | Spitzenplätze je Fakultät |
| Mecklenburg-Vorpommern | 13 | 31 | 0,42 |
| Baden-Württemberg | 43 | 111 | 0,39 |
| Rheinland-Pfalz | 17 | 49 | 0,35 |
| Sachsen-Anhalt | 10 | 34 | 0,29 |
| Bayern | 39 | 134 | 0,29 |
| Thüringen | 7 | 26 | 0,26 |
| Sachsen | 15 | 58 | 0,26 |
| Hessen | 17 | 82 | 0,21 |
| Saarland | 3 | 15 | 0,20 |
| Niedersachsen | 17 | 89 | 0,19 |
| Schleswig-Holstein | 4 | 22 | 0,18 |
| Nordrhein-Westfalen | 27 | 181 | 0,15 |
| Bremen | 2 | 16 | 0,13 |
| Brandenburg | 2 | 24 | 0,08 |
| Berlin | 3 | 48 | 0,06 |
| Hamburg | 1 | 21 | 0,05 |
Hinweis: In der Original-Tabelle im CHE-Länderranking wird erst Bayern und dann Sachsen-Anhalt genannt. Bayern kommt jedoch auf einen schlechteren Schnitt (0,291) als Sachsen-Anhalt (0,294). Unsere Fassung korrigiert dies.
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