Internationale Unirankings
TIMES und Shanghai-Ranking

Ein Problem an Rankings: Der Blick wird auf die Gewinner fokussiert – dabei sind "die anderen" oft auch nicht schlecht
Warme Worte der TIMES
In der Presseinformation zur Veröffentlichung der aktuellen Ausgabe wird Phil Baty, Herausgeber des Internationalen Hochschulrankings von Times Higher Education, wie folgt zitiert:
- Auch wenn die Strukturen des Hochschul- und Forschungswesens in Deutschland durch das Verfahren des Rankings nicht allzu gut berücksichtigt werden, war es doch ein gutes Jahr für Deutschland, das es mit 12 Hochschulen unter die besten 200, mit vier Einrichtungen unter die besten 100 und mit der Ludwig-Maximilians-Universität München sogar bis unter die besten 50 geschafft hat. Die restliche Welt hat Deutschlands erstklassige Initiativen im Hochschulwesen aufmerksam verfolgt. Es scheint, als ob sich die starken und ehrgeizigen Investitionen in Deutschlands Universitäten bezahlt machten. Es wurde darauf hingewiesen, dass diese Entwicklung dynamische Auswirkungen auf das gesamte System haben kann. Vielleicht sollten das auch andere Länder gut zur Kenntnis nehmen!
Da passen die Ergebnisse (die man ja aus verschiedenen Gründen bezweifeln mag, auch wenn der Herausgeber selbst das ja gerade nicht tun sollte) und die Aussage von Baty nicht wirklich zusammen.
Ausgewählte Ergebnisse
Wir präsentieren einige Ergebnisse aus den beiden allgemeinen Rankings – nicht weil wir die Rankings wirklich gut finden, sondern damit man mitreden und die Verhältnisse ein wenig besser einordnen kann. Die starken Veränderungen zwischen den Platzierungen des TIMES-Rankings 2009 und 2010 ergeben sich aus der starken Änderung der Kriterien und erhöhten Zahl von Befragten (gleichzeitig wurde von der TIMES auch eine andere Firma mit der Datenerhebung betraut, aktuell ist es Thomson Reuters). Auch hieran sieht man, dass es nicht DIE gute Uni geben kann, sondern es darauf ankommt, was man wie gewichtet.
Hinweis: Der offizielle und vollständige Name des "TIMES-Ranking" ist "Internationales Hochschulranking für 2011-2012 von Times Higher Education mit Daten von Thomson Reuters".
Die weltweite Top-Ten aus Sicht des Shanghai-Rankings
- (1./1.) Harvard University (USA)
- (3./2.) Stanford University (USA)
- (5./4.) Massachusetts Institute Technology (MIT) (USA)
- (2./3.) University of California at Berkeley (USA)
- (4./5.) University Cambridge (UK)
- (6./6.) California Institute of Technology (USA)
- (8./7.) Princeton University (USA)
- (7./8.) Columbia University (USA)
- (9./9.) University Chicago (USA)
- (10./10.) University Oxford (UK)
- (2./10.) California Institute of Technology (USA)
- (1./1.) Harvard University (USA)
- (4./?) Stanford
- (6./5.) Oxford (UK)
- (5./8.) Princton University (USA)
- (6./2.) Cambridge (UK)
- (3./9.) MIT (USA)
- (9./5.) Imperial College London (UK)
- (12./7.) University of Chicago (USA)
- (8./?) University of California at Berkeley
Deutschsprachige Universitäten aus Sicht ...
| ... des Shanghai-Rankings | ... des TIMES-Ranking |
| 23. (23./23.) ETH Zürich [CH] 47. (56./56.) TU München 54. (52./55) LMU München 56. (51./54) Uni Zürich [CH] 62. (63./63.) Uni Heidelberg 86. (93./90.) Uni Göttingen 89. (86./85.) Uni Basel [CH] 94. (93./98.) Uni Bonn 100. (101ff.) Uni Frankfurt 102ff. (101ff.) Uni Freiburg 102ff. (101ff.) Uni Münster 102ff. (101ff.) Uni Tübingen 102ff. (101ff.) Uni Würzburg 151ff. (151ff.) Uni Bern [CH] 151ff. (151ff.) Uni Hamburg 151ff. (151ff.) Uni Kiel 151ff. (151ff.) Uni Köln 151ff. (151ff.) Uni Mainz 151ff. (151ff.) Uni Wien [A] 201ff. (301ff.) TU Dresden 201ff. (201ff.) RWTH Aachen 201ff. (201ff.) TU Berlin 201ff. (201ff.) Uni Bochum 201ff. (201ff.) Uni Düsseldorf 201ff. (201ff.) Uni Erlangen-Nürnberg 201ff. (201ff.) Uni Innsbruck [A] 201ff. (201ff.) Uni Leipzig 201ff. (201ff.) Uni Marburg 201ff. (201ff.) Uni Stuttgart 201ff. (201ff.) Med. Uni Wien [A] 301ff. (301ff.) TU Darmstadt 301ff. (301ff.) Uni Bielefeld 301ff. (301ff.) Uni Duisburg-Essen 301ff. (301ff.) Uni Graz [A] 301ff. (201ff.) Uni Halle 301ff. (301ff.) Med. Uni Innsbruck [A] 301ff. (301ff.) Uni Jena 301ff. (301ff.) Uni Karlsruhe 301ff. (301ff.) Uni Konstanz 301ff. (301ff.) Uni Regensburg 301ff. (301ff.) Uni Ulm 401ff. (401ff.) Med. Uni Hannover 401ff. (401ff.) TU Braunschweig 401ff. (401ff.) Uni Bayreuth 401ff. (301ff.) Uni Bremen 401ff. (401ff.) Uni Giessen 401ff. (301ff.) Med. Uni Graz [A] 401ff. (401ff.) Uni Greifswald 401ff. (401ff.) Uni Hannover 401ff. (401ff.) TU Wien [A] |
15. (15./20) ETH Zürich [CH] 45. (61./55.) Uni München (LMU) 61. (90./?) Uni Zürich [CH] 69. (43./186) Uni Göttingen 73. (83./57.) Uni Heidelberg 88. (101./55.) TU München 109. (178./146.) HU Berlin 111. (95./?) Uni Basel [CH] 139. (195./?) Uni Wien [A] 151. (na/?) FU Berlin 168. (182./182.) RWTH Aachen 181. (172./233.) Uni Frankfurt/Main 187. (189./149.) Uni Tübingen 189. (132./122.) Uni Freiburg 194. (186./346.) Uni Konstanz 196. (187./184.) KIT (Uni Karlsruhe) |
Quellen und weitere Artikel zum Thema
- Webseite zum Academic Ranking of World Universities ("Shanghai-Ranking") »
- Webseite zum TIMES Ranking (dort auch Ergebnisse der Vorjahre abrufbar und Details zur Methode) »
- Bericht aus dem Vorjahr: Welt-Uniranking der Shanghai University (16.08.2010) »
- Bericht aus dem Vorjahr: Times Higher Education World University Rankings (16.09.2010) »
- Hochschulranking - ein Instrument der Hochschulwahl? (Hintergrund-Artikel bei Studis Online) »
Uni-Ranking 2012 der WirtschaftsWoche
Alle Hochschulrankings haben ihre Haken und Ösen. Bei dem der WirtschaftsWoche sind diese besonders offensichtlich: Es wird nur nach der Meinung von Personalchefs größerer Unternehmen gefragt. Und es geht ausschließlich um "wirtschaftsnahe Fachrichtungen": BWL, VWL, Jura, Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik, Wirtschaftsinformatik und Naturwissenschaften.
Uni-Ranking der Humboldt-Stiftung
Noch ein Uni-Ranking, und wieder ein anderer Spitzenreiter. Diesmal hat die Alexander-von-Humboldt-Stiftung Deutschlands Hochschullandschaft abgecheckt und in einer Tabelle aus Siegern und Besiegten verhackstückt. Nach ganz oben schafften es zwei Berliner Bildungsanstalten, gefolgt von der Konkurrenz aus München. Die rote Laterne hat die TU Cottbus abgekriegt und damit ein Imageproblem mehr. Aber hatte das Oststädtchen überhaupt eine Chance?
CHE Hochschulranking 2012
Das CHE-Ranking ist das umfassendste Hochschulranking im deutschsprachigen Raum. Aber nicht alle beteiligen sich – und tauchen daher u.U. gar nicht im Ranking auf. Oliver Iost erläutert die Hintergründe und hat zusammengestellt, was man im Ranking finden kann – und was nicht. Nicht dabei sind z.B. die Unis Köln, Lüneburg und Vechta, die FernUni Hagen und die Medizin-Fakultäten der Unis Göttingen, Hamburg und Jena.
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