Studium

Wissenschaftliches Schreiben (Teil 3)

Im folgenden werden die Äußerlichkeiten einer Ausarbeitung genauer beschrieben. Dabei sollte beachtet werden, dass es sich nur um Faustregeln handelt. Je nach Hochschule, Fakultät oder auch Betreuer kann es empfehlenswert sein, deren Stil oder Wünsche der Darstellung zu beachten. Es gibt keine endgültige Norm, die folgenden Beispiele sollen nur Anhaltspunkte sein.


Schematischer Aufbau der Arbeit
Beispiel für ein Deckblatt

Hier gibt es an jeder Hochschule und in jedem Fachbereich abweichende Ansprüche. Es ist empfehlenswert, den Betreuer der Arbeit zu fragen bzw. zunächst auf den Webseiten der Hochschule nach Vorschlägen/Vorschriften dazu zu suchen.

Das folgende Beispiel bezieht sich auf eine Seminararbeit. Bei Abschlussarbeiten sollte man immer den Betreuer fragen!

Universität Karlsruhe
Fakultät für Informatik
Titel der Veranstaltung mit Semesterangabe (z. B. WiSe 2004/05)
Seminarleiter/in


Thema der Hausarbeit


Name der/des Referentin/en
Fachsemesterzahl
evt. Anschrift mit Telefonnummer oder Email

Gestaltung des Inhaltsverzeichnisses

In Klammer optionale Gliederungspunkte. Extra Verzeichnisse von Abbildungen, Tabellen und Karten sollten nur weggelassen werden, wenn es keine oder nur wenige derartige Objekte in der Arbeit gibt.

Inhaltsverzeichnis
(Abbildungsverzeichnis)                                5
(Tabellenverzeichnis)                                  7
(Kartenverzeichnis)                                    8

1      Einleitung                                     10
2      Titel des Zweiten Kapitels                     13
2.1    Titel des Ersten Abschnitts                    13
2.2    Titel des Zweiten Abschnitts                   15
2.2.1  Titel des Ersten Unterabschnitts               15
2.2.2  Titel des Zweiten Unterabschnitts              16
       (weitere Gliederungspunkte, z. B. 3, 4 etc.)
X      Schluss/Zusammenfassung/Fazit/Ausblick         95

Literaturverzeichnis                                 102

Weitere Hinweise
  • klare Gliederung gemäß Dezimalklassifikationssystem (Wer 1.1 sagt, muss auch 1.2 sagen!)
  • Nicht viel falsch machen kann man mit der Schriftart Times (New Roman) in Schriftgröße 12 oder einer ähnlichen Serifen-Schrift. Andere bevorzugen eine serifenlose Schrift wie Arial. Grundsätzlich sollte man so wenig Schriftarten wie möglich verwenden!
  • Zeilenabstand 1,5 Zeilen
  • Abstand Seitenränder normal (rechts/links 2,5 cm; oben 2,5 cm; unten 2 cm)
  • Seitenzahlen angeben, das Deckblatt bleibt ohne Seitenzahl
  • Literaturverzeichnis keinesfalls vergessen. Es hat keine Kapitelnummer, die Seitenzahlen werden aber weitergeführt
  • Falls es einen Anhang gibt: Er hat keine Kapitelnummer. Im Anhang selbst wird oft auf eine Seitennummerierung verzichtet oder eine eigene (z.B. in römischen Ziffern) verwendet. Dies hat aber auch Nachteile, man sollte die Betreuerin/den Betreuer fragen, ob das sein muss oder ob nicht doch eine durchgehende Seitennummerierung möglich ist. Wenn in der Prüfungsordnung ein bestimmter Seitenumfang einer Arbeit vorgesehen ist, bezieht sich dieser Umfang immer nur auf die Arbeit ohne Anhang!
Hinweise zu Layout, Stil und Rechtschreibung im Textteil
    Grundlegendes
  • Auch hier wie im Inhaltsverzeichnis rechts/links 2,5 cm; oben 2,5 cm; unten 2 cm Abstand, Schriftart und Zeienabstand ebenfalls wie dort.
  • Schusterjungen (einzelne Zeilen am Seitenende) und Hurenkinder (einzelne Zeilen am Seitenanfang) durch Layout- oder Textänderungen ausgleichen.
  • Für Gedankenstriche immer typographische (–) verwenden und nicht etwa Trennstriche (-) verwenden.
  • Typographische Bindestriche (S. 14–18) verwenden.
  • Typographische Anführungszeichen verwenden. Einleitende deutsche Anführungszeichen stehen unten („), schließende oben (“). Dasselbe gilt für einfache Anführungszeichen.
  • Hinweise zu Zitaten im nächsten Artikel-Teil unbedingt beachten!
  • Normalerweise Verwendung der neuen Rechtschreibung. Aber zur Vorsicht nachfragen!
  • Monatsnamen immer ausschreiben.
  • Bei mehr als dreiziffrigen Zahlen in Dreierschritten von rechts Punkte (zum Beispiel 1.000) als Lesehilfe einfügen.
  • Bei von/bis-Angaben nur bei Zahlenangaben einen Bindestrich setzen, ansonsten "bis" ausschreiben.
  • Es versteht sich von selbst, dass auf korrekte Rechtschreibung und Kommasetzung geachtet wird.
  • Mindestens einmaliges, besser mehrmaliges Korrekturlesen (auch von anderen Personen!).
  • Zur logischen, inhaltlichen Gliederung der Arbeit Absätze einsetzen.
  • Die Ich-Form ist zu vermeiden (Objektivität). Sollte es einen Diskussionsteil geben (hängt von der Art der Arbeit, aber auch den "Wünschen" der Betreuenden ab), kann dort die Ich-Form sinnvoll sein.
  • Das Umgehen der Ich-Form durch Formulierungen mit man sollte ebenfalls vermieden werden. Besser ist z. B. eine Formulierung wie folgt: ... der Verfasser/die Verfasserin ist der Ansicht/meint ...
  • Auch in anderem Zusammenhang lässt sich das man durch geschickte Formulierung oft vermeiden.
    Worauf man noch achten sollte
  • keine unnötigen Fremdwörter
  • in der Regel nicht mehr als ein Faktum pro Satz, gegebenenfalls erweitert im Nebensatz
  • kein Text in Klammern
  • keine Ausdrücke in übertragener Bedeutung - sozusagen in Anführungszeichen gesprochen -, stattdessen gemeinte Bedeutung erläutern
  • ausgewogene Absatzlängen
  • Substantivierungen vermeiden
  • kurze Sätze


» Teil 4: Literaturangaben, Zitierweise
» Teil 5: Literaturverzeichnis

« Teil 1: Wahl des Themas, Literaturrecherche
« Teil 2: Literatur verarbeiten, Quellenarbeit



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