Studium
Wissenschaftliches Schreiben (Teil 2)
Literatur verarbeitenBei Seminar-/Hausarbeiten kann man i.a. davon ausgehen, dass vor allem folgende drei Anforderungen an die Ausarbeitung gestellt werden:
2. Eine strukturierte Gliederung zu erstellen.
3. Eine inhaltliche korrekte Ausführung und (mehr oder weniger ...) kritische Bewertung zu leisten.
Bei Abschlussarbeiten (Bachelor, Diplom, Magister, Master) reicht das nicht. Hier kommt es auch auf die Qualität der Ergebnisse und neuen Erkenntnisse an, die man gewonnen hat.
Es mag trivial klingen, trotzdem: Üblicherweise sollte jede Art von schriftlicher Ausarbeitung eine Einleitung, einen Hauptteil und ein Fazit/Ausblick enthalten. Falls (bei größeren Arbeiten unvermeidlich) der Hauptteil in Kapitel untergliedert wird, sollte man sich möglichst frühzeitig einen logischen Aufbau überlegen.
Zum anderen besteht die Leistung in der inhaltlich korrekten Ausführung der einzelnen Kapitel. Wenn Theorieansätze oder theoretische Argumente darzustellen sind, sollte geprüft werden, ob die grundlegenden Annahmen und Hypothesen verstanden werden, und sie auch korrekt dargestellt und auf die Themenstellung der eigenen Arbeit bezogen sind. Man sollte eine klare Argumentationslinie verfolgen. Bei der Darstellung empirischen Datenmaterials muss v.a. bewusst entschieden werden, welche Indikatoren zur Dokumentation bestimmter Sachverhalte ausgewählt werden.
Hinweise zur Verwendung von Quellen
Nicht alle gedruckten Literaturbeiträge sind glaubwürdig!
Aussagen aus der Literatur sollten (insbesondere bei Abschlussarbeiten) nicht unkommentiert bzw. unreflektiert dargestellt werden. Beiträge können neben geprüften (bewährten Hypothesen) auch Meinungen, Wertungen, neu aufgestellte Thesen etc. enthalten. Den Stellenwert dieser Aussagen sollte man auch in einer Haus- oder Seminararbeit dokumentieren.
Wie aber erkennt man die Relevanz von Beiträgen? Das lässt sich nur von Fall zu Fall entscheiden. Wird eine Aussage oft (und von anerkannten WissenschaftlerInnen) wiederholt, so ist sie sicher glaubwürdiger, als eine einzige Fundstelle von einem Unbekannten. Letzteres kann auch bedeuten, dass es eine neue Erkenntnis ist - die durchaus richtig sein kann, trotz fehlender weiterer Belege oder Bestätigungen. Eine genaue eigene Prüfung ist dann aber nötig. Oder man zitiert mit der Einschränkung, dass die Quelle ungewiß ist. Zumindest ein Argument, warum sie trotzdem brauchbar sein könnte, sollte man jedoch bringen.
Literaturbeiträge entstehen nicht in einem Interessenvakuum!
Zur Einordnung von Literaturbeiträgen ist es wichtig, sich den Kontext, in dem eine Veröffentlichung entstanden ist, klarzumachen. Man sollte bei Büchern unbedingt Vorwort und Einleitung lesen und bei Zeitschriftenbeiträgen auch auf die Herausgeber achten!
Auf die Aktualität der verwendeten Literatur achten!
Insbesondere, wenn empirisches Material, z.B. zu Bevölkerungszahlen, dargestellt wird, sollte man möglichst die aktuellsten, verfügbaren Daten verwenden. Ebenso ist bei theoretisch ausgerichteter Literatur auf Aktualität zu achten; wobei es je nach Themenstellung durchaus zu empfehlen ist, auch ältere Originalbeiträge zu lesen.
» Teil 3: Schematischer Aufbau der Arbeit, "Layout"-Hinweise
» Teil 4: Literaturangaben, Zitierweise
» Teil 5: Literaturverzeichnis
« Teil 1: Literaturrecherche
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