Auslandsstudium
Studieren in Schweden (Seite 1)
| Inhalt im Einzelnen |
Der Dom von UppsalaWeil Schweden weit mehr zu bieten hat als Elche, Astrid Lindgren und Knäckebrot: topp ausgestattete Universitäten und Bibliotheken, individuelle Betreuung und ausgedehntes studentisches Nachtleben!
2. Ein wenig Hintergrundwissen: Das schwedische Schulsystem
Nach dem schwedischen Schulgesetz sollen alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von Geschlecht, Wohnort sowie sozialen und finanziellen Verhältnissen, Zugang zu einer gleichwertigen Ausbildung haben. Auch Erwachsene haben nach dem Schulgesetz ein Recht auf Ausbildung: Bildungsangebote können in der kommunalen Erwachsenenbildung (Komvux) wahrgenommen werden.
Zu den obligatorischen Schulen zählen die Grundschule, die Schule für Sami (früher Lappen genannt, sind die Urbevölkerung Skandinaviens), die Spezialschule und die Sonderschule. Die neunjährige Grundschule umfasst alle Kinder zwischen sieben und sechzehn Jahren. Die Eltern haben jedoch die Möglichkeit, ihre Kinder auch schon mit sechs Jahren einzuschulen.
Fast alle Schüler der Grundschule wechseln direkt auf das Gymnasium über und die meisten schließen ihre gymnasiale Ausbildung innerhalb von drei Jahren ab. Im Gymnasium gibt es siebzehn landesweite Programme, drei sind speziell studienvorbereitend, mit den Ausrichtungen: Wirtschaft, Sprache, Gesellschaft und Kultur. Alle Programme sollen eine breitgefächerte Grundausbildung vermitteln und auf das Hochschulstudium vorbereiten. Neben den landesweiten Programmen gibt es auch Spezialprogramme und individuelle Programme.
(Weitere Informationen hierzu findet ihr hier.)
3. Das schwedische Hochschulsystem
Universität und Hochschule
Gut ein Drittel aller Schüler (43 %) beginnt innerhalb von drei Jahren nach Beendigung des Gymnasiums mit einem Hochschulstudium (2002). Die Zahl der Studierenden in der höheren Ausbildung ist während des letzten Jahrzehnts beträchtlich gestiegen – seit 1991 um etwa 50 %. Im Studienjahr 1997/98 waren etwa 305.600 Studierende (58 % davon Frauen) für ein Grundstudium und etwa 18.500 (42 % davon Frauen) für ein Doktorandenstudium immatrikuliert, was zusammen etwa 324.100 Immatrikulierte (Vollzeit- und Teilzeitstudierende) ergab. An Universitäten und Hochschulen können entweder einzelne Kurse oder eine Ausbildungslinie belegt werden. Es gibt rund 36 staatliche Lehreinrichtungen auf Hochschulniveau. In Schweden wird zwischen drei Hochschularten unterschieden:
Universitäten
Die Universitäten (Universitet) entsprechen in Organisationsform und Fächerangebot den deutschen Universitäten. Sie haben vollständige Examensrechte.
Fackhögskolor
Was sich wie Fachhochschule anhört, ist kaum mit Fachhochschulen in Deutschland zu vergleichen. In Schweden liegt die Betonung darauf, dass diese Hochschulen sich auf einen Fachbereich spezialisiert haben, wie z. B. das Karolinska Institutet (Medizin) oder die Kungliga Tekniska Högskolan (Technik). Diese Hochschulen haben auch das Promotionsrecht (sind also eher mit spezialisierten Universitäten zu vergleichen als mit Fachhochschulen).
Högskolor
Nicht alle Högskolor forschen. Daher haben sie kein so breit gefächertes Ausbildungsangebot wie die Universitäten. Im Gegensatz zur Universität kann das Högskolor keinen postgradualen Grad (Doktor) vergeben.
4. Studienorganisation
Runenkunde in UppsalaAn schwedischen Hochschulen gibt es zwei Studienformen, die zu einem Examen führen. Entweder durchlaufen die Studierenden ein Programm, dessen Studienplan von der Hochschule festgelegt wird, oder sie stellen selbst einzelne Kurse zusammen (ähnlich Diplom- und Magisterstudiengängen an deutschen Hochschulen).
Der Umfang eines Kurses (Kurser) oder Studienprogramms wird in Punkten ausgedrückt. Ein Studienjahr entspricht 40 Punkten. Somit belegen schwedische Studierende in der Regel nur einen 20-Punkte-Kurs (30 ECTS) pro Semester. Für Austauschstudierende werden hingegen 5-Punkte-Kurse angeboten, die sich über je einen Monat erstrecken; diese sind fast alle auf Englisch.
Während einer Studiendauer von zwei bis fünfeinhalb Jahren kann man zwischen 80 und 220 Punkte erreichen. Hierdurch werden - je nach Höhe der erreichten Punktzahl - verschiedene akademische Grade erreicht:
Högskoleexamen
Für dieses Universitätsdiplom sind mindestens 80 Punkte erforderlich.
Kandidatexamen
Dieser akademische Grad ist mit dem englischen Bachelor vergleichbar; für ihn sind mindestens 120 Punkte erforderlich.
Magisterexamen
Für diesen akademischen Grad sind mindestens 160 Punkte erforderlich. Dieses Examen entspricht einem deutschen Magister oder Diplom.
Yrkesexamina
Für Berufe, deren Ausübung eine Approbation oder eine andere Legitimation voraussetzen, gibt es vorgeschriebene Studiengänge und Examina, die an allen Hochschulen des Landes identisch sind. Studiengänge, die zu solchen Berufsexamina (yrkesexamina) führen, sind z.B. Medizin, Pharmazie und Jura. Auch hier sind Mindestpunkte zu erreichen.
Doktorsexamen
Ein Promotionsstudium dauert normalerweise vier Jahre. Es beinhaltet neben dem Besuch von Seminaren das Verfassen einer schriftlichen Doktorarbeit, die öffentlich verteidigt werden muss. Man kann mit dem Studium beginnen, wenn mindestens 120 Punkte erreicht sind. Für den Erwerb des Doktortitels sind 160 Punkte erforderlich und eine Dissertation von 80 Punkten.
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