Studienfinanzierung

VR-Bildungsfinanzierung (Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern)

Der Genossenschaftsverband Bayern hatte in einer Pressekonferenz am 10.06.2005 angekündigt, monatliche Darlehen von 250 Euro für bis zu 3000 Studierende in Bayern bereitzustellen. Dies kann natürlich nicht die Lebenshaltungskosten, aber immerhin Lücken z.B. bei BAföG oder anderen Finanzierungsquellen decken - oder auch für zukünftige Studiengebühren dienen. So auch die eigene Einschätzung der Volks- und Raiffeisenbanken.

Wirkklich eingeführt hatten die VR-Bildungsfinanzierung nur wenige Volks+Raiffeisenbanken. Eher vermitteln auch die Volks+Raiffeisenbanken den KfW-Studienkredit. Inzwischen (Ende 2010) gibt es nur noch sehr wenige VR-Banken, die ein eigenständiges Bildungsfinanzierungsangebot machen.

Konditionen im Überblick (Stand 18.11.2010, ohne Gewähr!)
Das Darlehen
Monatliche Höchstrate 250 €
Dauerbis 5 Jahre
Einschränkungen nur in Bayern, Mitgliedschaft bei teilnehmender Genossenschaftsbank notwendig
Die Rückzahlung
Beginn1 Jahr nach der letzten Darlehns-Rate
Zinssatzum die 4% (nominal, je nach konkreter Bank; fest während gesamter Laufzeit)
Ratenhöhe/Dauer Entsprechend der monatlichen Auszahlung oder höher
Beantragung
Direkt bei der anbietenden Bank. Beispiele von Anbietern (kein Anspruch auf Vollständigkeit!):


Einschätzung von Studis Online

Die Konditionen sind für privat finanzierte und nicht staatlich abgesicherte Darlehen relativ attraktiv. Allerdings muss der Kredit dann relativ schnell zurückgezahlt werden und die Rückzahlungs-Ratenhöhe soll dem monatlichen Betrag entsprechen, den man erhalten hat. Man kann den teilnehmenden Banken nicht absprechen, dass sie ein gewisses Risiko übernehmen. Auf der anderen Seite ist das ganze ein gutes Mittel zur Kundenwerbung und -bindung. Daher wohl auch die Bedingung, dass Kreditnehmer Genossenschaftsmitglieder sein bzw. werden müssen.

Zum Überleben reicht der Kredit nicht. Die Genossenschaftsbanken setzen da aufs Bildungssparen - was ganz klar in ihrem Interesse ist. Übrigens hat der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken im März 2005 die Abschaffung des BAföGs gefordert.

Lässt man das Gerede von der gesellschaftlichen Verantwortung weg, das die Banken damit übernehmen würden (was doch wenig zur Forderung der Abschaffung des BAföG passt), kann man ganz nüchtern sagen, dass das Angebot zur Ergänzung brauchbar ist. Allerdings haben von Anfang an nur wenige Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern überhaupt ein eigenes Angebot gemacht. Inzwischen sind es nur noch sehr, sehr wenig. Alle anderen setzen auf die Vermittlung des KfW Studienkredites - oder bieten gar nichts entsprechendes an.

Grundsätzlich empfiehlt sich jedoch ein Blick auf aööe Studienfinanzierungs-Möglichkeiten - je nach persönlicher Lage gibt es teilweise deutlich günstigere Alternativen als einen Studienkredit.



Quellen
  • Allgemeine Informationen des Genossenschaftsverbands Bayern gibt es nicht mehr. Wegen geringer Verbreitung derartiger Produkte (die Detailausgestaltung liegt immer in der Hand der anbietenden Bank vor Ort) wurde die früher bestehende Webseite dazu eingestellt.
  • Campus & Karriere-Sendung am 01.07.2005 bei Deutschlandfunk


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