Studi-Leben

Auf den Boden, aber daneben!

Wie schmecken gebratene Tintenfassringe? Gibt es Klohexen? Und wer hätte nicht Lust, sich auf den Boden zu schmeißen, aber daneben?

Solche Fragen werden nur von einem Medium weltweit gestellt und beantwortet: kolumnen.de. Auf dieser Site, die inzwischen über fünf Jahre am Netz ist, tummelt sich eine sorgsam herangezogene Gruppe von Schreibern, die einen respektlosen, beinahe unbarmherzigen Blick auf die Welt haben: Alltag frisst Wahnsinn, Wahnsinn frisst Alltag. So lautet das vom Herausgeber vorangestellte Motto.

Die Autoren sind besessen und ziehen ihr Ding konsequent durch, ohne auf Meinungen oder Sympathien zu spekulieren. Die Kolumnen werden professionell herausgegeben und redaktionell geprüft: Geschmacklosigkeit garantiert.

   Bild (c) 2004 Guido Grigat, kolumnen.de
Viele der Kolumnen sind zeitlos hinreißend. Es geht um den (persönlichen) Nahverkehr, die (gedemütigte) deutsche Sprache, um die Zumutungen des Alltags und die Ausfälle der Politik; Da wird "Alle Nacht umgebracht", "Edeltraud und die Türkenfrage" verhandelt, oder einfach nur "Yippiejaja Yippie Yippie Yeah!" gegröhlt. Inzwischen haben sich mehrere hundert Kolumnen aufgetürmt, ein Kleingebirge der Alltagsposie. Viele Kolumnen liegen auch in einer Hörversion vor: Worte, die den direkten Weg ins Stammhirn finden.

kolumnen.de ist unparteiisch, überbelichtet und auch sonst kaum ernst zu nehmen. Die Autoren schreiben honorarfrei, der Herausgeber produziert kolumnen.de in seiner Freizeit, kurz: Wer und was sich dort sammelt, sammelt sich freiwillig und ohne Aussicht auf weltliche Meriten. Das verlieh kolumnen.de seit jeher ein eigenes Standing, abseits der Hypes um Netzliteratur und Blogs.

Lohn der Mühe sind laut Herausgeber Leserzuschriften wie "Jetzt les ich schon seit einer Stunde Kolumnen, obwohl ich doch schlafen wollte, und kicher leise vor mich hin."

Oder auch die Anerkennung, über die sich Kolumnist Gilbert Dietrich freut: "Was sich über kolumnen.de für mich an Möglichkeiten ergeben hat, ist unermesslich in seiner Bedeutung. Einladungen zu Lesungen, Bitten um Veröffentlichungen, Leserbriefe, Sexualkontakte (mittelbar), angedrohte Prügel (unmittelbar), zahlreiche Zeitschriften- und Buchzusendungen, kurz: die ganze Palette erwünschter Sozialkontakte. Jetzt fehlt nur noch die Veröffentlichung des Kolumnen-Buches und dann müsste man eigentlich sterben."

Es gibt kolumnen.de-T-Shirts, kolumnen.de-Newsletter, kolumnen.de-Spendenaktionen und geschätzt 324 kolumnen.de-Buchkonzepte. Eines Tages, das ist sicher, werden einige Texte auch offline zu bekommen sein, weil sie zeitlos gut sind. Bis dahin heißt es: Ran an die Mäuse und hingesurft!

» kolumnen.de

Ein Webtipp von Oliver Iost, Studis Online



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