23.10.2012

Präsentiert von smartsteuer
Steuertipps für Berufsanfänger (Seite 1)

Die große Mehrheit der deutschen Steuerzahler erzielt Einkünfte aus einem Arbeits- bzw. Angestelltenverhältnis. Arbeitnehmer müssen am wenigsten selber dafür tun, dass sie pünktlich ihre Steuern (in Form von Lohnsteuer) zahlen. Denn Ihr Arbeitgeber muss die Lohnsteuer direkt vom Gehalt einbehalten und an das Finanzamt abführen. Studenten, die "auf Steuerkarte" gearbeitet haben, kennen das schon und haben vielleicht schon mal eine Lohnsteuerbescheinigung gesehen, die der Arbeitgeber ihnen ausgehändigt hat.

Auf der Lohnsteuerbescheinigung steht genau, wie viele Steuern Sie übers Jahr an den Staat gezahlt haben. Genauso geht es auch im Job weiter, nur dass dann noch Sozialversicherungsbeiträge (Renten-, Kranken-, Arbeitslosenversicherung) hinzukommen. Arbeitnehmer vereinbaren mit ihrem Arbeitgeber zwar in der Regel ein festes Bruttogehalt, sehen davon aber letztlich nur das, was netto – also nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen – auf dem Konto eingeht.

Marienkäfer-Spardose zwischen Geldmünzen
Mellimage - Fotolia.com

Gerade als Berufsanfänger kann eine Steuererklärung einiges an Geld zurückholen - da freut sich die Sparbüchse!
Die Lohnsteuer hat im Grunde Vorauszahlungscharakter. Nutzen Sie die Möglichkeit, sich einen Teil davon in Form einer Steuererstattung wieder zurückzuholen, und zwar vom Finanzamt, indem Sie eine Einkommensteuererklärung abgeben!

Das Wichtigste vorab: Wenn Sie Kosten von der Steuer absetzen wollen, müssen Sie sie nachweisen können. Das geht am einfachsten mit Belegen, aus denen sich ergibt, wie viel Sie wann, wofür und an wen gezahlt haben. Sammeln Sie schon während des Jahres alle Belege für Ihre abziehbaren Kosten und reichen Sie sie später zusammen mit der Einkommensteuererklärung als Kopien beim Finanzamt ein.

Für eine Steuererstattung gibt es viele Gründe. So können Ihre Werbungskosten über dem Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 € liegen, oder Sie haben vielleicht nicht das ganze Jahr über, sondern nur einige Monate auf Lohnsteuerkarte gearbeitet. Dann sind das tatsächliche Jahreseinkommen und der Steuersatz niedriger, als von Ihrem Arbeitgeber beim Lohnsteuerabzug angenommen. Die besten Steuerspareffekte ergeben sich für Arbeitnehmer naturgemäß im Bereich der Werbungskosten. Aber auch die Bereiche Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen sollten Sie im Auge behalten.

1. Was gehört alles zu den Werbungskosten?

Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
Ihre Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte können Sie als Werbungskosten abziehen. Möglich ist dieser Abzug grundsätzlich in Form einer von den tatsächlich entstandenen Kosten (Öffentliche Verkehrsmittel) und vom Verkehrsmittel unabhängigen Pauschale je Arbeitstag von 0,30 € pro Entfernungskilometer, der sog. Entfernungs- oder Pendlerpauschale. Die Entfernungspauschale wird für jeden Arbeitstag, an dem Sie die Arbeitsstätte aufsuchen, einmal berücksichtigt (einfache Entfernung!). Für die Berechnung der Entfernung zur Arbeitsstelle gilt grundsätzlich die kürzeste Straßenverbindung.

Beruflich genutzte Arbeitsmittel
Zu den typischen Arbeitsmitteln gehören Aktentasche, PC, Schreibtisch, Bücherregal, Fachliteratur etc. Wenn das einzelne Arbeitsmittel netto nicht mehr als 410 € kostet (Rechnungsbetrag also höchstens 487,90 €), können Sie den gesamten Anschaffungspreis (inklusive Umsatzsteuer) sofort und in voller Höhe steuerlich absetzen.

Häusliches Arbeitszimmer
Seit 2010 ist der Abzug des häusliche Arbeitszimmerers rückwirkend zum 01.01.2007 vom Gesetzgeber neu geregelt. Das Arbeitszimmer ist nur noch dann steuerlich absetzbar, wenn für die betriebliche und berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Für diese Aufwendungen gilt eine Abzugsbeschränkung von 1.250 €. Keine Abzugsbeschränkung gibt es hingegen, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit darstellt. Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände, die gleichzeitig Arbeitsmittel sind, sind immer ohne Abzugsbeschränkung abzugsfähig.

Berufliche Fortbildungs- und Praktikakosten
Falls Sie im Rahmen Ihrer ersten Berufsausbildung oder Ihres Erststudiums berufliche Fortbildungen (Seminare) und Praktika absolvieren, werden deren Kosten bis zu höchstens 4.000 € im Jahr als Sonderausgaben anerkannt. Alle Bildungsmaßnahmen nach dem Abschluss Ihrer ersten Berufsausbildung oder Ihrem Erststudium sind Fortbildungskosten und führen – sofern sie beruflich veranlasst sind – zum unbegrenzten Werbungskostenabzug.

Beruflich veranlasste Reisekosten
Bei beruflicher Veranlassung können Sie Reisekosten in Form von Fahrtkosten, Übernachtungs­kosten, "Verpflegungsmehraufwendungen" und sonstigen Reisenebenkosten geltend machen. Das gilt vor allem für Seminare, Kurse und Lehrgänge, deren Kosten als Fortbildungskosten abziehbar sind. Der geläufige Begriff der "Dienstreise" ist mit der Neufassung der Lohnsteuer-Richtlinien 2008 entfallen. Nun wird für den unbeschränkten Werbungskostenabzug gefordert, dass eine "beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit" vorliegt. Das ist immer dann der Fall, wenn Sie als Arbeitnehmer vorübergehend außerhalb Ihrer Wohnung und an keiner regelmäßigen Arbeitsstätte beruflich tätig sind.

Kosten für Berufskleidung und ihre Reinigung
Die Finanzämter erkennen grundsätzlich nur Kosten für typische Berufskleidung z.B. "Blaumann" oder einen Büro- oder Laborkittel als Werbungskosten an. Schon beim Kauf der Berufskleidung sollten Sie sich das Kleidungsstück auf dem Beleg sicherheitshalber konkret bescheinigen lassen. Auch Kosten für die Pflege und Reinigung Ihrer Berufskleidung sind absetzbar. Deren Höhe sollten Sie möglichst anhand der von Verbraucherverbänden oder von einzelnen Herstellern zusammengestellten Werte schätzen.

Umzugskosten
Ihre Umzugskosten können Sie als Werbungskosten abziehen. Voraussetzung: Sie können dem Finanzamt nachweisen, dass Ihr Umzug beruflich veranlasst war. Auch wenn sich die Entfernung zu Ihrer Arbeitsstätte verkürzt, ist Ihr Umzug beruflich veranlasst. Dazu sollten Sie dem Finanzamt mindestens eine Zeitersparnis von einer Stunde täglich belegen können.

Mehraufwand für eine doppelte Haushaltsführung
Unterhalten Sie aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt (am Beschäftigungsort)? Dann können Sie die Kosten als Werbungskosten ansetzen. Zu den abziehbaren Mehrkosten für eine doppelte Haushaltsführung zählen z. B. Fahrtkosten für wöchentliche Heimfahrten an den Ort des eigenen Hausstands, Mehrkosten für Verpflegung, Aufwendungen für die Zweitwohnung und etwaige Umzugskosten. Bei den Arbeitnehmern der Steuerklasse III, IV und V ist ein eigener Hausstand unterstellt. Alle anderen Arbeitnehmer müssen eine schriftliche Erklärung abgeben, warum sie einen doppelten Haushalt führen der beruflich veranlasst ist.

Kosten der Stellensuche
Kosten im Zusammenhang mit der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz sind Werbungskosten. Ansetzen können Sie z. B. Kosten für eigene Stellenanzeigen in Zeitschriften, Zeitungen und im Internet, Zeitungen und Zeitschriften mit Stellenanzeigen, Bewerbungsmappen (inklusive Bewerbungsfotos, Kopien, Porto etc.), Fachbücher über Bewerbungen, Internetgebühren für die Online-Stellensuche oder Bewerbungen per E-Mail und Gebühren für Telefongespräche. Natürlich nur dann, wenn Sie diese Kosten nicht bereits z.B. von der Agentur für Arbeit erstattet bekommen haben.

Wenn Sie als Stellenbewerber zu einem Vorstellungsgespräch reisen, ist das eine "beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit", weshalb Sie die Ihnen entstehenden Reisekosten als Werbungskosten geltend machen können. Als Fahrtkosten können Sie für Fahrten mit dem eigenen Pkw 0,30 €/gefahrenen Kilometer ansetzen, sofern Sie keine höheren Kilometerkosten durch Einzelnachweis dokumentieren. Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel wie Bus, Bahn, Taxi müssen Sie dem Finanzamt durch entsprechende Belege nachweisen.






Diese Steuertipps werden Ihnen präsentiert von 100




Folgende Artikel könnten für Dich auch interessant sein



Sich hebende Hände hinter einem Paragraphenzeichen


Diese Seite verlinken »

 

Studis Online Logo (kleinere Variante)  Studieren leicht gemacht