Schlüsselqualifikation

Reden gehört dazu - Smalltalk

Im deutschsprachigen Raum kommt man im Geschäftsleben recht schnell "zum Punkt". Trotzdem ist es von Vorteil, auch ein wenig unverbindlichen auf Smalltalk machen zu können. So heißt es durchaus mit Recht auf dem Buchcover eines Buches über Smalltalk: Gerade Menschen mit hoher Sachkompetenz tun Smalltalk oft als Zeitverschwendung ab. Ein Fehler! Ist die große Kunst der kleinen Unterhaltung doch ein elegantes Mittel um Kunden und Geschäftspartner kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.

Bei einem Bewerbungsgepräch ist es fast noch unvermeidlicher, nicht nur "zur Sache", sondern auch über andere Dinge zu sprechen. Und da der erste Eindruck mit der wichtigste ist ...

Eine Basis schaffen

Beim unverbindlichen Smalltalk wird beim Gegenüber ein erster Eindruck erreicht und ebenso kann man sich selbst denselben verschaffen. Inhalte und Art der Gesprächsführung bestimmen maßgeblich die Sympathie für einander. Gelingt der Smalltalk, wird eine persönliche, emotionale Basis für das weitere Gespräch und evt. spätere Arbeit geschaffen.

Das "richtige" Verhalten

Freundlichkeit sollte beim Zusammentreffen mit Fremden selbstverständlich sein. Dazu gehört auch eine höfliche (Selbst-)Vorstellung und Begrüßung, sowie eine angemessene, offene Körpersprache und Blickkontakt. Die Hinwendung zur Gesprächspartnerin bzw. dem Gesprächstpartner zeigt Interesse. Vermeiden sollte man, dem noch wenig bekannten Gegenüber körperlich durch Schulterklopfen, Umarmung o.ä. zu nahe zu kommen. Dies ist nicht nur in fremden Kulturkreisen unerwünscht.

JedeR hat Stärken im Gespräch, diese sollte man weiter verbessern. Es hat keinen Sinn, sich völlig zu verstellen. Trotzdem sollte man versuchen, weder zu forsch noch zu zurückhaltend an ein Gespräch heranzugehen - Freunde und Freundinnen können sicher einen kritischen Blick auf das eigene Gesprächsverhalten werfen.



Über was sprechen?

Das Hauptproblem jedes Gesprächs mit einer kaum bekannten Person ist es meist, ein geeignetes Gesprächsthema zu finden. Es bleibt nichts anderes übrig, als sich zunächst erst heranzutasten. Wichtig ist ein Mittelmaß zu finden zwischen Belanglosigkeit und Preisgabe des Privatlebens bzw. Berührung konfliktreicher Fragen, ein Gleichgewicht zwischen Mitreden und Zuhören, zwischen interessiert (nicht neugierig) Nachfragen und Informationen (aus der Kommunikation und Situation) merken.

Mögliche Themen könnten sein:
  • Wetter - sowieso der Klassiker
  • Ort des Gesprächs (Stadt, Gebäude)
  • Vorträge (bei Tagungen/Messen)
  • Film, Musik, Theater, Literatur
  • Ausbildung/Beruf
  • Urlaub/Freizeit/Sport
Allgemein sollte man folgende Themen vermeiden - in jedem Fall zu Beginn:
  • politische Streitpunkte
  • Religion
  • Gehalt, allgemeinm Finanzen
  • Witze über Abwesende
  • sehr private Themen (z.B. Krankheit)
Günstiger ist es bei allen Themen, wenn man eher positive Dinge erwähnt. Redet man z.B. über die Stadt, in der man gerade ist, sollte man positives erwähnen und nicht Dinge, die nicht gefallen. Ausnahmen bestätigen die Regel: Wenn eine Situation offensichtlich unerfreulich ist (auch für die/den GesprächstpartnerIn), dann kann man natürlich auch das gemeinsame "Leiden an der Situation" als Anlaß zum Gespräch nehmen.

Man sollte sich interessiert zeigen und Meinungen des Gesprächstpartners erfragen, ohne sie gleich zu kommentieren. Eigene Inhalte des Gesprächs sollten weitgehend auf Fakten aufbauen, Vermutungen oder gar Gerüchte sind zu vermeiden. Keinesfalls sollte man in Monologe verfallen und zuviel über sich selbst reden (das kann dann auch als Arroganz ausgelegt werden). Interessanter (auch für später) ist es doch stattdessen, mehr über den anderen zu erfahren. Allerdings geht es diesem wahrscheinlich nicht anders, auf Fragen sollte man also in angemessener Ausführlichkeit antworten. Weder kurzsilbig, noch zu lange.

Die gute, "alte" Allgemeinbildung ...

Wer regelmäßig Tageszeitung liest oder sich durch andere Quellen umfassend informiert, hat allein dadurch einen Fundus an Themen. Je nach GesprächspartnerIn ist es dann die Kunst, die richtigen Themen auszuwählen. Neuigkeiten aus der Fachwelt (ob der eigenen oder der der potentiellen GesprächstpartnerInnen, sofern man sich darauf einstellen kann) sollten natürlich ebenso bekannt sein.

Ist ein (fachliches) Thema brandaktuell, dass eher kontrovers ist, dass aber wahrscheinlich angeschnitten wird, sollte man sich überlegen, ob es notwendig sind könnte, eine eigene Position dazu zu haben und wie man diese vertreten kann. Wobei das dann schon vom reinen Smalltalk wegführt zu einem Fachgespräch. Aber die Grenzen sind ja fließend...



Smalltalk trainieren

All das ist leichter gesagt als getan. Es empfiehlt sich daher, ganz bewusst in unverfänglichen Situationen Smalltalk zu trainieren. Und wenn es an der Bushaltestelle oder im Zug ist - es geht darum, zumindest für gewisse Zeit mit beliebigen Personen angenehm reden zu können.

Wer noch mehr daran arbeiten möchte, kann zunächst auf Ratgeber in Buchform zurückgreifen. Darüberhinaus gibt es diverse Anbieter von Seminaren oder individuellem Coaching. Man sollte sich allerdings genau erkundigen, inwiefern der jeweilige Anbieter wirklich ein qualitativ hochwertiges Angebot machen kann.

Noch Fragen?

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