15.05.2009
Wie wird man eigentlich...
Journalist?
Medien scheinen bei Berufsüberlegungen junger Leute eine große Anziehungskraft auszuüben. Was jene erwartet, die nach abgeschlossenem Studium und anschließendem Volontariat JournalistIn werden, beschreibt eine Finanz- und Wirtschaftsredakteurin in der neuen Interview-Serie bei Studis Online zu Menschen und ihrer Berufsfindung von Simone Handlos.Hannah Hof*: Soziologie (Hauptfach), VWL, BWL (Nebenfächer)
Wie war Ihr bisheriger Berufsweg?
Studium, Praktika, Volontariat, Redakteursstelle

shanovrustam - Fotolia.com
Entdecken und Notieren: Am Ende der Recherche wartet das Aufschreiben der GeschichteIm Grunde passt beinahe jede Disziplin. Es sei denn, man will in eine bestimmte Fachrichtung wie Wissenschafts-, Medizin oder Wirtschaftsjournalismus. Dann ist freilich eine entsprechende Studienrichtung von Vorteil.
Ist es sinnvoll, Journalistik oder Publizistik zu studieren?
Nicht unbedingt. Nur ein Bruchteil aller JournalistInnen hat dieses Fach auch vorher studiert.
Sollte / Muss man studieren?
Die meisten Redaktionen verlangen ein abgeschlossenes Studium.
Haben Sie Praktika absolviert?
Mehrere.
Wie sieht der Einstieg in den Beruf aus?
In der Regel über die zweijährige Ausbildung, das Volontariat.
Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?
- Abgeschlossenes Studium
- mehrere Praktika
- Erfahrung als freier Mitarbeiter in einer oder mehreren Redaktionen
- Beharrlichkeit
- Empathie
- kritisches Urteilsvermögen
- Lust, Dingen gründlich nachzuspüren
- Überblick über die Nachrichtenlage anhand der Nachrichtenagenturen und anderer Medien
- Themenideen entwickeln
- Themen in der Redaktionskonferenz vorstellen
- Recherche
- Artikel aufschreiben
Finanzberichterstattung
Wie ist das mit dem Verdienst?
Man wird nicht reich, besonders nicht bei einer Tageszeitung. Magazine zahlen oft besser.
Was würden Sie sagen sind die typischen Klischees über den Beruf JournalistIn?
Man wäre neugierig, schnüffele in Sachen rum, die einen im Grunde nichts angehen.

Simone Handlos arbeitet als Coach und Unternehmensberaterin bei 2coach in Hamburg und leitet dort das Berufsfindungsprogramm come2start.
Die langen Arbeitszeiten.
Was mögen Sie besonders an Ihrem Beruf?
Die Entwicklung von Themen: Geschichten entdecken und schreiben, auf die vorher noch niemand gestoßen ist.
Wo kann man arbeiten?
Bei Zeitungen, Magazinen, Pressestellen.
Wer ist für den Beruf ungeeignet?
Wer es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Kontaktscheue Menschen.
Kann ich als JournalistIn in Anstellung meinen Werten und Idealen treu bleiben?
Das kann man natürlich, wenn man Arbeit bei dem Medium findet, das die eigenen Werte vertritt. Wessen Herz etwa für die Ideale der taz schlägt, der sich aber bei der Bildzeitung bewirbt, wird seinen Idealen sicher nicht gerecht und auch nicht glücklich werden, weil er sich anpassen muss.
Im Coaching äußern viele den Wunsch "irgendwas mit Medien machen" zu wollen. Wie erklären Sie sich die andauernde Anziehungskraft der Medien?
Ich denke, weil die Arbeit bei Medien im Allgemeinen eine Art Popularität zu versprechen scheint, die dann auf einen selbst abfärben soll.
Welche Gründe haben Sie bewegt Journalistin zu werden?
Die Möglichkeit, Geschichten zu schreiben.
* Finanz- und Wirtschaftsredakteurin; Name von der Redaktion geändert
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