Proteste
Uni Stuttgart streikt seit 2.Mai gegen Studiengebühren und in Freiburg ist auch einiges los
Weil die überregionalen Medien erst berichten, wenn richtig viel passiert, dokumentieren wir die Ereignisse vom ersten Streiktag aus Stuttgart aus Sicht eines Mitwirkenden. Denn es ist doch einiges, was die Stuttgarter auf die Beine gestellt haben. In Freiburg - da auch in Baden-Württemberg ebenso von allgemeinen Studiengebühren akut bedroht - tut sich ebenfalls einiges. Es ist gelungen, den Vorlesungsbetrieb auf dem Campus Stadtmitte größtenteils zu boykottieren. Über 95% der Vorlesungen und Seminare fanden nicht statt.
Auf dem Campus Vaihingen wurde ca. die Hälfte aller Lehrveranstaltungen bokyottiert.
In der Innenstadt gab es mehrere Aktionen. U.A. bewegte sich eine Menschenkette von der Universität bis in die Innenstadt.
Der Radiosender BIG-FM wurde gestürmt - die eindringenden Studierenden erhielten 10 min. Sendezeit, um ihr Anliegen im Radio vorzutragen.
Günther Oettinger (Ministerpräsident, CDU) kam überraschend an die Universität. Vom angekündigten Gespräch mit den Studierenden gibt es aber noch keine Informationen.
Morgen werden der DJ 5ter Ton von den massiven Tönen und das Soundsystem Sentinel auf dem Protestcampus erwartet.
An zahlreichen Orten in der Stadt fanden weitere Aktionen statt, so das "Putzen" von Autofenstern, das Betteln in der Königstrasse und der Gebühren-Hürden-Lauf auf dem Rotbühlplatz (CDU-Zentrale).
Carla Bregenzer (SPD, MdL) besuchte das Streikplenum und forderte die Studierenden auf, "einen langen Atem zu zeigen" und der Landesregierung deutlich zu machen, dass mit den Studierenden hier keine Studiengebühren einzuführen sind.
Auch Theresia Bauer (GRÜNE, MdL) bestärkte die Studierenden, die Vorlesungen zu boykottiern und nutzte die Gelegenheit, mit den Studierenden über die Hochschulfinanzierung in Baden-Württemberg zu diskutierendierenden auf, "einen langen Atem zu zeigen" und der Landesregierung deutlich zu machen, dass mit den Studierenden hier keine Studiengebühren einzuführen sind.
Aktuelle Infos zum Streik an der Uni Stuttgart:
www.streikblog.de.vu
Freiburger Frühling
In Freiburg geht es mind. diese Woche an Uni und Pädagogischer Hochschule (PH) im Rahmen des Freiburger Frühlings rund. An der Uni wurde am Montag das Rektorat besetzt. An der PH startete die "Offene PH". Drei Tage wird ein Alternativprogramm für alle geboten, in denen sich die Freiburger PH-Studierenden inhaltlich mit dem Thema Studiengebühren, der Bildung an der PH und den Mitspracherechten von Studierenden auseinandersetzen.
Aktuelle Infos zum "Freiburger Frühling":
www.freiburger-fruehling.de
Dokumentiert:
Resolution der VV an der Uni Stuttgart vom 28.4.2005
Hochschulbildung muss gebührenfrei bleiben!
Im Januar diesen Jahres hat das Bundesverfassungsgericht den Weg für Studiengebühren geebnet. Die Landesregierung plant, ab 2007 Studiengebühren in Baden-Württemberg einzuführen. Damit ist der freie Bildungszugang gefährdet. Studiengebühren gefährden den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg und sind sozial ungerecht.
Die Studierenden der Universität Stuttgart lehnen die Einführung von Studiengebühren in jeglicher Form ab und fordern die Landesregierung auf, auch weiterhin ein gebührenfreies Erststudium zu garantieren.
Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, beschliessen die Studierenden der Universität Stuttgart, den Vorlesungsbetrieb bis auf weiteres zu boykottieren und durch ein alternatives Programm zu ersetzen.
- Mehr zum Thema Studiengebühren bei Studis Online
- Übersicht Studiengebühren in den einzelnen Bundesländern (ständig aktualisiert)
- Gute und schlechte Argumente gegen Studiengebühren (zeitlos ;-)
- Hamburg+Stuttgart: Vollversammlungen und Proteste - da geht was (28.04.2005)
- CDU-Studiengebühren-Eckpunkte von allen Seiten kritisiert (21.03.2005)
- CHE, KfW und Stifterverband präsentieren Studiendarlehen-Modell - und wollen Studiengebühren (17.02.2005)
- Hochschulrektorenkonferenz will Studiengebühren gestalten, aber keine Verantwortung tragen (16.02.2005)
- Studienfinanzierungsmodell des BDA frisch aufgebrüht (09.02.2005)
- Wie teuer Studiengebühren und Studium auf Pump werden (01.02.2005)
- Bundesverfassungsgericht erlaubt Studiengebühren (26.01.2005)
- "Die Auseinandersetzung um Studiengebühren ist primär eine politische, keine juristische" (Interview mit dem früheren ABS-Geschäftsführer Klemens Himpele, 15.11.2004)
Auch Hamburg schafft Studiengebühren ab
Angekündigt hatte es der Senat schon im April, heute nun wurde der entsprechende Gesetzentwurf verabschiedet. Ab Wintersemester 2012/2013 sind demnach auch in Hamburg keine Studiengebühren mehr zu zahlen. Allgemeine Studiengebühren werden dann wohl nur noch Bayern und Niedersachsen erheben.
Einführung und Abschaffung der Studiengebühren in Hamburg
In Hamburg gab es – nach einiger Zeit fast von der Öffentlichkeit unbemerkt – über Jahre einen Boykott der Studiengebühren. Studierende der Hochschule für bildende Künste (HfbK) zahlten nicht – trotz aller Drohungen. Studis Online präsentiert die Chronik der Studierenden-Proteste in Hamburg von 2004 bis heute – nicht nur gegen Studiengebühren.
Müder Bildungsstreik
Zugegeben, ein waschechter Bildungsstreik geht anders. Nicht wie vor zwei Jahren Hunderttausende Schüler, Studierende und Azubis sind am Donnerstag gegen die Misere an Schulen und Hochschulen auf die Straße gegangen. Aber weit über zehntausend waren es schon, die ihrem Unmut über Unterrichtsausfall, volle Hörsäle und Lehrstellenmangel Luft machten.
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