Hochschulpolitik
Sollen Hochschulen über Studiengebühren entscheiden? Studierende kündigen Proteste an
Laut einem Bericht des FOCUS stellt sich die Bundesregierung darauf ein, dass das Studiengebührenverbot im Hochschulrahmengesetz durch das Bundesverfassungsgericht kassiert wird. Als "Kompromiss" mit den Ländern werde angeblich gehandelt, dass die Länder nicht generell Studiengebühren einführen, sondern dies den einzelnen Hochschulen überlassen. Währenddessen planen Studierende Proteste für den Fall der Fälle.Schenkt man den Informationen des FOCUS Glauben, so soll der "Kompromiss" zwischen Bund und Ländern so aussehen, dass die einzelnen Hochschulen Gebühren von bis zu 500 Euro pro Semester erheben dürfen. Das Geld soll an den Hochschulen verbleiben und nicht als Einnahmen im Landeshaushalt gebucht werden.
Auch damit ist aber keineswegs gewährleistet, dass die Länder den Hochschulen nicht doch weniger Geld geben. Die angebliche Wahlfreiheit der Hochschulen in Sachen Erhebung von Gebühren dürfte nur auf dem Papier bestehen. Letztlich werden sich alle gezwungen sehen, Gebühren einzuführen.
Studierende planen Proteste
![]() Abschlussaktion des Bildungs-und Protestforums: Tausend knallrote Luftballons für gebührenfreie und demokratische Bildung |
![]() Da fliegen sie dahin - mögen sie ihr Ziel erreichen ... |
Die Studierenden machten deutlich, dass es jetzt um eines der zentralen Elemente der Hochschulbildung geht: der Hochschulbesuch soll unmittelbar an die materiellen Ressourcen der Studierenden gebunden werden. Dies wird von den am Bildungs- und Protestforum Teilnehmenden als Rückfall in längst vergangene Jahre der Bundesrepublik gewertet.
| Eure Meinung? Was sagt Ihr allgemein zu Studiengebühren? Wie fandet Ihr die bisherigen Protestformen bei Euch und anderswo? In unserem Forum könnt Ihr das und andere Themen diskutieren. » Zum Forum Studium (allgemein) |
- Quellen
- Hochschulen erneut vor Protestwelle (fzs, 16.01.2005)
- Pressespiegel des fzs zum Bildungs- und Protestforum (17.01.2005)
- Gartis-Uni ade? (FOCUS Online, 15.01.2005)
- Hochschulen sollen offenbar über Studiengebühren entscheiden (AP-Meldung bei yahoo.de, 16.01.2005)
- Mehr bei Studis Online
- Übersicht Studiengebühren in den einzelnen Bundesländern (ständig aktualisiert)
- Studiengebühren und soziale Gerechtigkeit (Diskussionsbeitrag)
- Bankkredite für Studiengebühren und Lebensunterhalt? (12.01.2005)
- Verzinstes elternunabhängiges "Studiendarlehen" statt BAföG? (05.01.2005)
- Hochschulrahmengesetz, Studiengebühren und Verfasste Studierendenschaft (14.12.2004)
- Weihnachten wird heiß - und wie die CDU in Hamburg sich Studiengebühren vorstellt (30.11.2004)
- "Die Auseinandersetzung um Studiengebühren ist primär eine politische, keine juristische" (Interview mit dem früheren ABS-Geschäftsführer Klemens Himpele, 15.11.2004)
- Studiengebühren-Debatte kocht weiter (15.11.2004)
Weltweite Proteste – auch von Studierenden
In immer mehr Ländern der Welt kommt es zu massiven Protesten gegen Kürzungspläne von Regierungen. Fast immer sind auch Schüler und Studierende mit dabei. Eine Ursache der Konflikte scheint allerorten mitzuspielen: Dass der Zugang zu guter Bildung durch höhere finanzielle Hürden eingeschränkt wird. Über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Bildungsproteste weltweit sprach Studis Online mit Prof. Michael Hartmann, einem der renommiertesten Soziologen im Lande und maßgeblichen Kritiker eines Bildungssystems, das soziale Ungleichheit reproduziert.
Soll auch Bayern Studiengebühren abschaffen?
Nachdem seit Anfang August die Piratenpartei Bayern Unterschriften für ein Volksbegehren gegen Studiengebühren sammelt, hat nun die SPD Bayern eine eigenen Initiative gegen Studiengebühren gestartet. Es sollen ebenfalls Unterschriften gesammelt werden, allerdings für eine Petition. Studis Online erklärt die Hintergründe.
CHE Hochschulranking 2012
Das CHE-Ranking ist das umfassendste Hochschulranking im deutschsprachigen Raum. Aber nicht alle beteiligen sich – und tauchen daher u.U. gar nicht im Ranking auf. Oliver Iost erläutert die Hintergründe und hat zusammengestellt, was man im Ranking finden kann – und was nicht. Nicht dabei sind z.B. die Unis Köln, Lüneburg und Vechta, die FernUni Hagen und die Medizin-Fakultäten der Unis Göttingen, Hamburg und Jena.
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