Wahlprüfsteine Hochschulpolitik
Was die Parteien in Mecklenburg-Vorpommern vertreten (Seite 1)
In Mecklenburg-Vorpommern wird am 4. September 2011 ein neuer Landtag gewählt. Studis Online hat den Landesverbänden von CDU, FDP, Grünen, LINKEN, Piraten und SPD elf Fragen zu ihren Positionen in den Bereichen Hochschul-, Wissenschafts- und Finanzpolitik gestellt. Hier nun eine Zusammenfassung der zentralen Aussagen und weitere Informationen rund um die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern.Die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl im Jahr 2006 lag bei 59,1 % (2002: 70,6 %) der 1,4 Mio. Wahlberechtigten.
Das Wahlergebnis sah damals folgendermaßen aus:
- SPD 30,2 % (2002: 40,6 %)
- CDU 28,8 % (2002: 31,4 %)
- LINKE 16,8 % (2002: 16,4 %)
- FDP 9,6 % (2002: 4,7 %)
- NPD 7,3 % (2002: 0,8 %)
- GRÜNE 3,4 % (2002: 2,6%)
Eine vollständige Auflistung der Parteien und Wählervereinigungen, die sich 2011 zur Wahl stellen, ist auf der Homepage der Landeswahlleiterin zu finden.
Gleichzeitig wird das bereits 2005 beschlossene "Landespersonalkonzept 2004" umgesetzt, wonach bis 2017 Stellenstreichungen an den Hochschulen des Landes vorzunehmen sind. Der Plan sieht bspw. an der Uni Rostock einen Stellenabbau von 298 Stellen (18,9 % des Personals) bis zum Jahr 2017 vor.
Eine weitere aktuelle Auseinandersetzung im hochschulpolitischen Bereich dreht sich um die Frage, ob es den Hochschulen möglich sein soll, auf Wunsch den Diplomgrad als Abschluss zu vergeben. Diese Möglichkeit wurde ihnen vom Landtag im vergangenen Dezember mit dem neuen Hochschulgesetz eingeräumt. Der Akkreditierungsrat lehnte diese Regelung jedoch am 8. Juni ab und beschloss, Master-Studiengängen, bei denen das Diplom verliehen werden kann, die Akkreditierung abzuerkennen. Darauf forderte der Landtag von M-V den Akkreditierungsrat einstimmig dazu auf, den Beschluss des Gesetzgebers zu respektieren. Wie dieser Konflikt ausgehen wird, ist derzeit noch offen.
Was vertreten CDU, LINKE, FDP, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Piratenpartei und SPD?
Den Landesverbänden der auch im Bundestag vertretenen fünf Parteien sowie der Piratenpartei als der Partei, die bei der Bundestagswahl von den nicht ins Parlament eingezogenen Parteien die meisten Stimmen erhielt, legten wir Anfang Juli insgesamt elf Fragen zu den Politikfeldern Hochschul- und Wissenschaftspolitik vor. Im Folgenden haben wir einige der zentralen Antworten zusammengefasst.Wer die vollständigen Antworten der Parteien nachlesen möchte, findet hier eine Liste der Detail-Artikel (in Klammern ist angegeben, wann uns die Antwort erreichte – danach ist die Liste sortiert):
- Antworten der LINKEN (25.07.2011) »
- Antworten der Grünen (29.07.2011) »
- Antworten der FDP (08.08.2011) »
- Antworten der CDU (08.08.2011) »
- Antworten der Piratenpartei (09.08.2011) »
- Antworten der SPD (18.08.) »
BAföG und Deutschlandstipendium sind zwar nicht Sache der Bundesländer, sondern auf Bundesebene geregelt. Änderungen an diesen Gesetzen bzw. Einrichtungen müssen jedoch vom Bundesrat gebilligt werden und es ist für die Vertretungen der Bundesländer auch möglich, dort eine Initiative zur Änderung bestehender Gesetze einzubringen. So könnten bspw. BAföG und Unterhaltsrecht in Richtung einer vom Einkommen der Eltern unabhängigen Förderung geändert werden (ähnlich den Modellen in Skandinavien) um auf diese Weise mehr Menschen ein Studium zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang haben wir auch nach der Haltung der Parteien zu leistungsabhängigen Stipendien wie dem "Deutschlandstipendium" im Verhältnis zur Breitenförderung auf Grundlage des BAföG gefragt.
Wie zuvor bereits in Thüringen und Sachsen-Anhalt wurde von der Amadeu Antonio Stiftung eine Kampagne, die den Wiedereinzug der NPD in den Landtag verhindern soll, gestartet. Sie läuft unter dem Motto "Kein Ort für Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern" und richtet sich an demokratisch eingestellte Jugendliche, Bürgerinnen und Bürger.
Mit der Kampagne wird das Ziel verfolgt "im Rahmen einer größeren Bewegung aller demokratischen Kräfte die weitere Verankerung der rechtsextremen Szene in Mecklenburg-Vorpommern dauerhaft zu verhindern".
Bis zum 4. September 2011 können sich Interessierte mit einem Projekt um Fördermittel oder fachliche Unterstützung durch Kooperationspartner vor Ort bewerben. Für weitere Informationen siehe die Homepage der Stiftung.
Der zweite Korb soll zunächst aus einem elternabhängigen Zuschussteil bestehen, der schrittweise hin zur Elternunabhängigkeit ausgeweitet wird.
Was leistungsabhängige Stipendien betrifft, sollen diese nach Ansicht der LINKEN nur zusätzlich zu einer elternunabhängigen Förderung und unter Ausschluss einer Beteiligung privater Sponsoren gezahlt werden.
Die Grünen M-V wollen das BAföG zu einem "Zwei-Säulen-Modell" weiterentwickeln, das elternunabhängige und bedarfsgerechte Komponenten enthält. Eine Studienfinanzierung über reine Kreditsysteme, die nur um den Preis der Verschuldung möglich ist, wird abgelehnt.
In Bezug auf die Elitenförderung durch leistungsabhängige Stipendien wie das "Deutschlandstipendium" fordern die Grünen zunächst eine solide Studienfinanzierung für alle um Chancengleichheit zu garantieren.
Die FDP M-V setzt sich für ein Drei-Körbe-Modell zur Reformierung des BAföG ein. Der erste Korb soll dabei aus einem Sockelbetrag bestehen, der Kindergeld und Kinderfreibeträge ersetzt. Dieser soll jedem Studierenden unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern zur Verfügung stehen. Der zweite Korb soll aus einem unverzinslichen Darlehen bestehen. Der dritte Korb stellt einen Zuschuss für Kinder aus finanziell schwachen Elternhäusern dar.
Der durch das "Deutschlandstipendium" ausgeübte Anreiz wird von der FDP als sinnvoll bewertet. Sie will sich für einen Ausbau dieses Stipendienprogramms einsetzen.
Die CDU M-V befürwortet bezüglich der Studienfinanzierung das bestehende "Drei-Säulen-Modell" aus BAföG, Krediten und Stipendien. Aktuell wird kein Novellierungsbedarf gesehen.
Bezüglich des "Deutschlandstipendiums" zur "gezielten Spitzenförderung" ist die CDU davon überzeugt, dass es funktionieren wird, wenn Staat, Bürgergesellschaft und Wirtschaft gemeinsam wirken.
Die PIRATEN M-V fordern die Einführung des elternunabhängigen BAföG und eine Anpassung der derzeit geltenden Regelstudienzeiten an die realen Gegebenheiten
. Unabhängige Stipendien werden von der Piratenpartei grundsätzlich positiv bewertet, das "Deutschlandstipendium" wird jedoch als "reine Symbolpolitik" kritisiert, da es einen erhöhten Verwaltungsaufwand für die einzelnen Hochschulen bedeutet, Studienrichtungen wie Geistes- und Sozialwissenschaften benachteiligt und gleichzeitig die teilweise Rückzahlungsbefreiung der besten BAföG-Empfänger abgeschafft wurde.
Die SPD hält am BAföG in seiner bestehenden Form fest, möchte aber vor allem die Einkommensfreibeträge deutlich anheben, um so mehr junge Menschen fördern zu können. Ebenso sollen auch Teilzeitausbildungen u.U. förderungsfähig und eine "Förderbrücke" vom Bachelor zum Master eingeführt werden.
Was die Parteien in Nordrhein-Westfalen vertreten
In Nordrhein-Westfalen finden am 13. Mai 2012 vorgezogene Neuwahlen des Landtages statt. Studis Online hat den Landesverbänden von CDU, SPD, LINKEN, FDP, Grünen und Piraten acht Fragen zu ihren Positionen rund um die Hochschulpolitik gestellt. Hier nun eine Zusammenfassung der zentralen Aussagen und weitere Informationen rund um die Wahlen in Nordrhein-Westfalen. Dazu in Kürze wie die letzten Wahlen ausgegangen waren und welche Parteien diesmal zur Wahl stehen.
Was die Parteien in Schleswig-Holstein vertreten
In Schleswig-Holstein wird am 6. Mai ein neuer Landtag gewählt. Studis Online hat den Landesverbänden von CDU, FDP, Grünen, Linken, Piraten und SPD acht Fragen zu ihren Positionen rund um die Hochschulpolitik gestellt. Hier nun die Zusammenfassung der zentralen Aussagen und weitere Informationen rund um die Wahlen in Schleswig-Holstein. Dazu in Kürze, wie die letzten Wahlen ausgegangen waren und welche Parteien diesmal zur Wahl stehen.
CHE Hochschulranking 2012
Das CHE-Ranking ist das umfassendste Hochschulranking im deutschsprachigen Raum. Aber nicht alle beteiligen sich – und tauchen daher u.U. gar nicht im Ranking auf. Oliver Iost erläutert die Hintergründe und hat zusammengestellt, was man im Ranking finden kann – und was nicht. Nicht dabei sind z.B. die Unis Köln, Lüneburg und Vechta, die FernUni Hagen und die Medizin-Fakultäten der Unis Göttingen, Hamburg und Jena.
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