Fachbereich Bio/Chemie

Was ist Molekulare Medizin?

Von: EinZweitstudent | 20.07.2012 18:53:56
Re: Was ist Molekulare Medizin?
Biologe und MedStudi schrieb:
-------------------------------------------------------
> Aaaalso ich kann "EinZweitstudent" nur 100%ig
> zustimmen. Alles was ihr anderen hier schreibt ist
> absoluter Müll und zeigt dass ihr keinen aber
> auch gar keinen Plan habt von dem was ihr hier
> labert.

Vielen Dank dir! :-) Also stehe ich doch nicht so allein da

Aber Ich schaue eh nicht mehr in diesen Fachbereichsteil des Forums, hier weiss jeder alles besser.... vielleicht sollten einige Leute mal in den Beitrag "möglichkeiten mit bio-studium" (weiss nicht mehr genau wie es heisst) im Bereich "beruf und karriere" auf über 20 Seiten nachlesen, was ein Lifescience-Studium heutzutage bringt.

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Von: Rettich21 | 23.07.2012 00:18:45
Re: Was ist Molekulare Medizin?
Vielleicht mal etwas weniger scharf formuliert als von ZweitStudi:

MolMed ist dann sicherlich sinnvoll, wenn man weiß, dass man auf Pflanzen und Tiere im Allgemeinen im Studium keine Lust hat. Es verschafft aber keine Kenntnisse, die ein allgemein ausgebildeter Biologe durch Wahl entsprechender Vertiefungsfächer und ggf. in der Doktorarbeit nicht auch lernen könnte. Für einen Job nach der Promotion (d.h. eine "richtige" Stelle) spielt im Wesentlichen die Doktorarbeit (nebst für die angestrebte Position nützlichen Zusatzqualifikationen) eine Rolle.

Fazit: Wenn die eigenen Neigungen ganz klar im Bereich der medizinischen Forschung liegen, ist das MolMed-Studium wegen des klaren Schwerpunkts interessant, bessere Berufschancen dürfte es nicht bringen. Man bringt sich dabei aber um die Möglichkeit, andere Bereiche kennenzulernen und andere Interessen zu entwickeln.

Ich hätte damals (Ende der 90er) vermutlich begeistert die Chance eines MolMed-Studiums erriffen, wenn es diese Ausdifferenzierung schon gegeben hätte. Letztlich bin ich aber im normalen Bio-Studium über HiWi-Stellen in der mikrobiellen Ökologie gelandet (für mich sehr überraschend, alles mit "Ökologie" im Namen hielt ich vorher für todlangweilig). Da habe ich meine Diplomarbeit angefertigt und anschließend auch die Doktorarbeit. Nebenbei habe ich viele medizinbezogene Lehrveranstaltungen besucht. In Konstanz ging das gut, weil das Hauptstudium sehr flexibel war und viel medizinische Grundlagenforschung betrieben wurde und wird.

Letztlich bin ich dann wegen Unlust auf die praktische Pipettiererei im Labor und schlechter Berufsaussichten in der Forschung recht früh auf die Suche nach Alternativen gegangen, bin auf das Patentrecht gestoßen, habe parallel zur Doktorarbeit entsprechende Kurse belegt (Zusatzqualis, siehe oben) und habe dann den Absprung sehr gut geschafft und bis jetzt nicht wirklich bereut.

Anmerkung: Das genaue Thema der Diss ist ohnehin nur wichtig, wenn man in der Forschung (Uni oder Industrie) bleiben will, ansonsten kommt es vor allem auf die Fähigkeit zur selbständigen Arbeit, das schnelle Durchdringen eines Fachgebietes und die Frustrationstoleranz an, die man mit der erfolgreichen Doktorarbeit unter Beweis stellt. Ein paar Ausnahmen mag es geben, wo ein Unternehmen jemanden mit einer sehr spezifischen Expertise für eine nicht direkt forschungsbezogene Stelle sucht.

Die allgemeine Arbeitsmarktsituation für Biowissenschaftler ist sicherlich nicht ganz so düster, wie hier im Forum verbreitet. Wer einen guten Job hat, hat meistens weder Zeit noch Neigung sich hier herumzutreiben. Also sind die Erfahrungsberichte eher durch diejenigen geprägt, die unzufrieden sind.

Das soll aber nicht bedeuten, dass ein Bio-Studium ein Selbstläufer ist. Die Randbedingungen einer Laufbahn in der akademischen Forschung (Gehalt, Jobsicherheit) sind katastrophal, auch wenn ich im persönlichen Bekanntenkreis durchaus Leute kenne (mehrere), die in außeruniversitären Forschungsinstituten Dauerstellen unterhalb einer Professur (bzw. des dortigen Äquivalents dazu) erhalten haben. Vor Ende 30 hat das aber keiner geschafft.

Der Absprung auf attraktive andere Stellen in der Industrie (d.h. nicht technischer Vertrieb bzw. Pharmareferent) erfordert definitiv Glück und eine gute (frühzeitig, am besten während der Diss oder kurz danach implementierte) Strategie. Unmöglich ist das aber nicht.
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Von: rettich21 | 23.07.2012 00:22:56
Re: Was ist Molekulare Medizin?
Nachtrag zum obigen Post:

Der Post war etwas ausführlicher und nicht ganz strikt themenbezogen, weil ich hier schon eine ganze Weile sporadisch mitlese und denke, dass die Berufsaussichten für Biowissenschaftler zu einseitig dargestellt werden. Da wollte ich - ohne übertriebenen Optimismus zu verbreiten - mal aus der eigenen Erfahrung ein etwas ausgewogeneres Bild zeichnen.
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Von: chocley | 05.07.2013 21:32:35
Re: Was ist Molekulare Medizin?
@ EinZweitstudent

Du hast geschrieben: Aber ich sage es nochmal: ALLE Leute, mit 2 Ausnahmen, die ich kenne, die Molekulare Medizin (Erlangen, Würzburg, Freiburg) / Biomedizin (Bonn) angefangen haben, haben zu Medizin gewechselt

Meine frage: ist es denn einfach von molekulare medizin zu humanmedizin zu wechseln ?? Wie war das für deine leute??
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Von: EinZweitstudent | 06.07.2013 00:14:33
Re: Was ist Molekulare Medizin?
früher ging das relativ einfach als quereinsteiger

heutzutage geht das nicht mehr so einfach

aber wer einen platz für molmed hat, hat meistens ja ein sehr gutes einser abi. also einfach bewerben als erststudent und vorher scheine anerkennen lassen
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Von: Leonora2012 | 19.07.2013 23:33:54
Re: Was ist Molekulare Medizin?
Ich kenne das Konzept dieser Studiengänge in molekularer Medizin, Biomedizin, und Neurowissenschaften nur allzugut!

Die Studiengänge werden in etwa so verkauft:

1. Der Studiengang ist häufig ein Elitestudiengang und wird als Studiengang für besonders zielstrebige Studenten angepriesen, denn schließlich sind viele Veranstaltungen mit den Medizinern zusammen, i.d.R die Vorklinik.
2. Die Nähe zur Medizin und medizinischen Fakultät wird immer wieder betont, um zu suggerieren, daß die Berufschancen sehr gut sind, zumindest besser als mit Bio.
3. Es wird eine Mediziner-Atmosphäre geschaffen, um die Leute zum Studium zu motivieren: Nach dem Motto: Sie studieren etwas richtiges, nämlich Medizin oder molekulare Medizin.

Die Wirklichkeit ist aber anders:
1. Da man mit den Medizinern studiert, bekommt man auch Medizinernoten und die sind im Durschnitt viel schlechter als bei den Biologen. Das hat zur Konsequenz, dass man bei den Masterbewerbungen Probleme bekommt.
2. Das Studium ist so stressig wie Medizin und Pharmazie, die Berufsaussichten sind aber trotzdem so schlecht wie mit Bio.
3. Nicht überall wo Medizin draufsteht ist auch Medizin drin. Als Biomediziner darf man nur in der Heilpraktiker Praxis Medizin ohne Medizin verteilen. (Ich entschuldige mich jetzt schon bei den Homöopathen. Dieser Beitrag richtet sich nicht gegen die Homöopathie!)

Jetzt möchte ich eine Frage stellen, die ich im Terminologie-Kurs gelernt habe: Cui bono? (Wem nützt es?)

Meistens sind nur die Studenten mit dem Studiengang zufrieden die vorher Medizin studiert haben, das Physikum nicht geschafft und abgebrochen haben. Die machen dann nochmal 3 zusätzliche Scheine, lassen sich ihre unbenoteten Mediziner-Scheine anrechnen und dürfen sich dann Akademiker schimpfen!

Das ist molekulare Medizin!
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Von: EinZweitstudent | 20.07.2013 12:14:55
Re: Was ist Molekulare Medizin?
= edel-bio ;-)
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Von: FingeWeg | 21.07.2013 19:15:00
Re: Was ist Molekulare Medizin?
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Von: Gedöns | 22.07.2013 21:10:08
Re: Was ist Molekulare Medizin?
Jetzt lasst doch mal die armen mol.Meds in ruhe...die kriegen hier schon ihr Fett zu genüge weg...hackt doch lieber auf den molecular Life Sciencelern rum, die werden hier kaum erwähnt und bei mir stolzieren die rum als wären sie die nächsten Nobelpreisträger. Außerdem haben die Preis für den besten Edel-Bio-Deluxe-Namen gepachtet winking smiley
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Von: MM | 28.07.2013 11:14:19
Re: Was ist Molekulare Medizin?
Das mit den Notendurchscnitten kann ich nicht bestätigen.
Klar, hat man viel mit den Medizinern, aber der andere Anteil macht eben den Großteil aus. In Ulm wird unser Schnitt, was den Bachelor betrifft, sicher unter 2,0 liegen.
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